Mechanische oder elektronische Nähmaschine: welche wählen?
Der Unterschied zwischen einer Maschine mit Drehknöpfen und einer mit Display zeigt sich in wenigen Daten: wie man Stiche auswählt, wie schnell sie näht, was sie von allein erledigt. Mit vier Modellen aus unserem Katalog erkennst du, welcher Typ zu dir passt.
Im SewingSpecs-Katalog sind die Haushaltsnähmaschinen in zwei Gruppen unterteilt: 15 Datenblätter zu mechanischen und 25 zu elektronischen und computergesteuerten Maschinen. Die Frage, die immer kommt: Welche von beiden soll ich kaufen? Die Antwort hängt weniger vom Wort „elektronisch“ ab, als man denkt, sondern von drei konkreten Dingen: wie du den Stich auswählst, wie viel die Maschine von allein erledigen soll und welche Geschwindigkeit du brauchst.
Was sich wirklich ändert
Bei einer mechanischen Maschine wählst du den Stich, indem du an Drehknöpfen drehst. Bei einer elektronischen wählst du ihn per Tasten und liest ihn auf einem LCD-Display oder Touchscreen ab. Das sind zwei Wege zum selben Stich, und die Zahl der verfügbaren Stiche unterscheidet sich deutlich: In den von uns verglichenen Datenblättern geben die mechanischen Maschinen 32 und 37 an, die elektronische Brother CS7000X 70.
Der zweite Unterschied ist der Umfang der Automatikfunktionen. Hier ist die Grenze zwischen den beiden Gruppen allerdings nicht scharf, und deshalb lohnt sich der Blick ins Datenblatt des einzelnen Modells statt auf die Kategorie.
Zwei mechanische Maschinen im Vergleich
Brother GX37 ist eine mechanische Einsteigermaschine. Sie hat 37 eingebaute Stiche, eine maximale Stichbreite von 7 mm und eine Höchstgeschwindigkeit von 850 Stichen pro Minute. Sie hat einen automatischen Nadeleinfädler, einen unabhängigen Spulenwickler und 6 mitgelieferte Nähfüße. Sie hat keinen automatischen Fadenschneider, keinen Kniehebel, keine Start/Stopp-Taste und keinen einstellbaren Nähfußdruck.
Singer Heavy Duty 4432 ist eine mechanische Maschine der mittleren Klasse mit Metallgehäuse und einer Leistungsaufnahme von 84 W. Sie hat 32 Stiche, eine maximale Breite von 6 mm und erreicht 1100 Stiche pro Minute. Sie hat versenkbaren Transporteur (die kleinen Zähnchen, die den Stoff unter der Nadel vorschieben, hier lassen sie sich absenken), einstellbaren Nähfußdruck, 3 Nadelpositionen und einen automatischen Nadeleinfädler.
Der Zahlenvergleich ist eindeutig: Die Brother hat einen 1 mm breiteren Stich (7 gegenüber 6) und mehr Stiche; die Singer ist um 250 Stiche pro Minute schneller und hat die beiden Bedienelemente, die man beim Stoffwechsel braucht, nämlich versenkbaren Transporteur und einstellbaren Druck. Wer oft unterschiedliche Stoffe oder dicke Lagen näht, ist mit der Singer besser beraten. Wer eine einfache Maschine für Säume, Reparaturen und ein paar Zierstiche sucht, hat bei der Brother weniger zu lernen. Beide geben dieselben acht Stichtypen an, vom Geradstich bis zum elastischen Overlockstich; beim Grundrepertoire gibt es also keinen Unterschied.
Die beiden vollständigen Datenblätter findest du im Katalog: Brother GX37 und Singer Heavy Duty 4432, mit ihrem direkten Vergleich.
Zwei elektronische Maschinen im Vergleich
Brother CS7000X hat 70 eingebaute Stiche, 7 Knopflochtypen, ein LCD-Display, einen automatischen Nadeleinfädler und 10 mitgelieferte Nähfüße. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 750 Stichen pro Minute.
Singer Heavy Duty 6700C hat ein Metallgehäuse, wiegt 7 kg, hat 7 Knopflochtypen, ein LCD-Display und einen halbautomatischen Nadeleinfädler. Sie erreicht 1100 Stiche pro Minute, die angegebene Nähfußhöhe beträgt 6 mm. Im Vergleich zur Brother gehört bei ihr auch der elastische Overlockstich zu den Stichtypen.
Dasselbe Muster wie bei den mechanischen Maschinen: Die Singer ist deutlich schneller (1100 gegenüber 750 Stichen pro Minute), die Brother bietet mehr Stiche und mehr Zubehör im Lieferumfang. Beide haben versenkbaren Transporteur, den mitgelieferten Obertransportfuß für den Doppeltransport und den Freiarm, den Teil unter der Nadel, der sich abziehen lässt, um Ärmel und Säume von Schlauchteilen zu nähen.
Die Angabe, die ein Vorurteil widerlegt
Die mechanische Singer Heavy Duty 4432 und die elektronische Singer Heavy Duty 6700C geben dieselbe Höchstgeschwindigkeit an: 1100 Stiche pro Minute. Elektronisch heißt also nicht automatisch schneller. Beim Einfädler ist es ähnlich: Er ist bei der mechanischen Brother GX37 automatisch und bei der elektronischen Singer 6700C nur halbautomatisch. Wer in der Annahme kauft, „elektronisch heißt komfortabler“, findet das bei manchen Punkten bestätigt und bei anderen widerlegt.
Einen messbaren Vorteil bringt die Elektronik in unseren Daten bei der Stichzahl und bei der Anzeige im Display. Für alles andere gilt: Schau dir die Ausstattungsmerkmale einzeln an.
Wie du wählst
Nimm eine mechanische Maschine, wenn du wenig und einfache Dinge nähst: Säume, Reparaturen, Taschen, Vorhänge. Etwa dreißig Stiche reichen, ein Display brauchst du nicht. Unter unseren Datenblättern sind auch Alfa Practik 5 und 9, Brother JX2517 und XM2701, Janome HD718, Necchi K132A, PFAFF select 4.2, Singer Simple 3337, Elna eXplore 150 und 240 sowie Husqvarna Viking Onyx 25 mechanisch.
Nimm eine elektronische Maschine, wenn du viele Zierstiche, mehrere Knopflochtypen, die Auswahl per Tasten und ein Display möchtest, das dir zeigt, was du eingestellt hast. Im Katalog findest du alles von Modellen der mittleren Klasse wie Brother CS7000X und Singer Heavy Duty 6700C bis zur Bernina 570 QE und Bernina 735 PRO.
Wähle nicht nach der Kategorie, wenn du oft auf dicken Stoffen arbeitest. Dann zählen versenkbarer Transporteur, einstellbarer Nähfußdruck und Metallgehäuse, und diese Merkmale gibt es bei Modellen beider Gruppen: etwa bei der mechanischen Singer 4432 und der elektronischen 6700C.
Bevor du dich entscheidest, öffne die Datenblätter von zwei oder drei Modellen und vergleiche dieselben Merkmale: Geschwindigkeit, Stiche, Einfädler, Nähfußdruck. Das sind die Punkte, die sich von Maschine zu Maschine ändern.